Wappen von Hollingstedt
Hollingstedt   an der Treene

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durch Hollingstedt
© Frank Woelffel



 

Geschichtliches von Hollingstedt

Schon in der Jüngeren Steinzeit (4.100 - 1.700 v. Chr.) haben im heutigen Gemeindegebiet von Hollingstedt Menschen gesiedelt. Das belegen zahlreiche Geräte und Werkzeuge aus Feuerstein, darunter 17 Beile und in noch größerer Zahl Flintklingen, die im gesamten Gemeindebereich gefunden wurden.

Besondere geschichtliche Bedeutung erlangte Hollingstedt in der Wikingerzeit und im Mittelalter. Das ist dem Zusammentreffen von zwei wichtigen Faktoren zu verdanken.
Einerseits war die Treene ein Wasserweg, den die von der Nordsee kommenden Schiffe bis Hollingstedt befahren konnten.
Andrerseits reicht bei Hollingstedt ein Ausläufer der sandigen Geest bis ans Ufer der Treene.

                      Wikinger Handelsschiff

Am sandigen, trockenen Ufer der Treene bot sich ein günstiger Landeplatz für Schiffe, von dem aus die Schlei und damit die Ostsee nach einer nur 16 km langen Wegstrecke über Land zu erreichen war. Diese Handelsroute war trotz des Umladens der Fracht vom Wasser aufs Land und umgekehrt günstiger als die gefahrvolle Fahrt um Kap Skagen an der Nordspitze von Jütland.
Hollingstedt bildete den "Nordseehafen" von Haithabu, das - an einer Seitenbucht der Schlei gelegen - sich zu einem der bedeutendsten Handelsplätze der Wikingerzeit in Nordeuropa entwickelte. Im Mittelalter übernahm seine Rolle das am nördlichen Schlei-Ufer liegende Schleswig.
Als "Nordseehafen" von Haithabu und Schleswig war Hollingstedt eine wichtige Station für den Handel zwischen dem Nord- und Ostseeraum. Die Lage Hollingstedts auf etwas höherem, trockenem Gelände inmitten der Treene-Niederung drückt sich auch in der ältesten Form des Ortsnamen Hollingstedt aus. Er lautet "Huhelstath", was "Hügelstätte" bedeutet.


Die Ergebnisse archäologischer Grabungen des Archäologischen Landesmuseums in den Jahren 1995/96 zeigten, wo die Schiffe am Treene-Ufer landeten, wie der Landeplatz hergerichtet war und wie der Warenumschlag vor sich ging. Das Flussufer wurde seit dem 10. Jahrhundert als Schiffslandeplatz genutzt.
Um 1200 erfolgte ein aufwendiger Ausbau des Landeplatzes, indem hölzerne Plattformen errichtet wurden, um hochwasserfreie Flächen für die Lagerung von Waren zu schaffen. Eiserne Schiffsteile belegen Reparaturarbeiten an Schiffen und lassen auf die Größe und Bauart der Schiffe schließen. Ein zweiter mittelalterlicher Schiffslandeplatz wurde im Jahre 1998 südlich des Dorfes am Süderwiesenbach aufgedeckt.

Zwei nebeneinander bestehende Landeplätze, die zahlreichen Bruchstücke von Tongefäßen aus dem Rheinland und die vielen Tuffsteine aus der Eifel unterstreichen die Bedeutung von Hollingstedt als Hafenort.
Als sich im 13. Jahrhundert der West-Ost-Verkehr auf die Route Hamburg - Lübeck verlagerte, verlor Hollingstedt wie auch Schleswig an Bedeutung.

Die Erinnerung an den alten Hafen aber lebte so stark nach, dass Hollingstedt noch auf einer Karte des Jahres 1596 als der Ort bezeichnet wurde, von dem aus die alten Angeln ihre Schiffe bestiegen hatten und nach Britannien hinübergefahren waren. Das ist eine zwar ansprechende Annahme, geschichtlich aber nicht belegt. Das gleiche gilt für die Überlieferung, dass der hl. Ansgar während seiner Reise mit dem dänischen König Harald im Jahre 826 in Hollingstedt an Land gegangen ist.



Ein geschichtlich bedeutsames Bauwerk stellt die im
12. Jahrhundert errichtete Kirche von Hollingstedt dar.
Sie wurde an einer Stelle errichtet, wo vordem Wohnhäuser standen, wie Ausgrabungen in der Kirche zeigten. Beim Bau der Kirche wurde Tuffstein aus der Eifel verwendet. Die Kirche liegt dem Schiffslandeplatz am Treene-Ufer so nahe, dass neben Einheimischen sicher auch Schiffer und Händler sie aufsuchten.



In den Jahren 1760-1765 wurde durch den dänischen König Friedrich V im Nordosten der Gemarkung von Hollingstedt eine Moorkolonie angelegt, die Friedrichsfeld genannt wurde. Hier wurden damals Kolonisten aus dem süddeutschen Raum angesiedelt um das Moorgebiet urbar zu machen.

Im Jahre 2004 wurde in Friedrichsfeld, von der AG Heide- und Moorkolonisation, einer Arbeitsgemeinschaft des Heimatverein Schleswigsche Geest e.V., ein Gedenkstein aufgestellt, der an die Kolonisten erinnert, die die Heide- und Moorgebiete der Schleswigschen Geest urbar machten, und deren Nachkommen heute angesehene Bürger in Schleswig-Holstein sind.


Hollingstedt ist heute ein ruhiger Ort mit knapp 1000 Einwohnern einer intakten Infrastruktur, einem guten Wohnwert, einigen landwirtschaftlichen Betrieben, einigen kleineren Gewerbebetrieben, einer Gastwirtschaft, einer Grundschule, einem Kindergarten, zwei Senioren Wohn- und Pflegeeinrichtungen, einem Sportverein, der Freiwilligen Feuerwehr, der Landfrauenvereinigung, einem Seniorenverein, einigen Gilden und dem über die Grenzen vom Hollingstedt hinaus bekannten Schulhausmuseum.

Im Jahre 2006 wurde das "Hollinghuus" eröffnet, in dem die Ergebnisse der neuen archäologischen Forschungen in Hollingstedt gezeigt werden. durch die Ausstellung im "Hollinghuus" werden die engen Beziehungen Hollingstedts zu Haithabu(Wikinger Museum Haithabu)und Schleswig (Landesmuseum Schloss Gottorf) verdeutlicht.

In Hollingstedt und näherer Umgebung gibt es einige freundliche Urlaubsquartiere und die Umgebung lädt zum Wandern und Radfahren ein. Es gibt Bademöglichkeiten und Gelegenheit zum Angeln. Es werden Kanutouren angeboten. Sowohl die Nordsee als auch die Ostsee sind gut zu erreichen. Nach Dänemark sind es ca. 35 km.


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